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BUCHTIPPS FÜR DEN SOMMER!

Ob am Strand, am See oder am Balkon – Ferienzeit ist Lesezeit. Endlich wieder Zeit zu schmökern… Aber was? Der Regensburger Buchhändler Ulrich Dombrowsky, dessen Buchhandlung am St.-Kassians-Platz schon mehrfach „Buchhandlung des Jahres“ geworden ist, hat uns Tipps gegeben, welche Bücher wir diesen Sommer unbedingt lesen sollten.

Hier kommen vier Leseempfehlungen für die Ferien:

 

Die geheime Mission des Kardinals

Wenn man über Rafik Schami spricht, geht ein Raunen durch die Kennergemeinde. Schami, der in den 80er Jahren von Syrien nach Deutschland floh (vor Assads Vater, der ein ähnliches Unrechtsregime anführte, wie sein Sohn), hat sich in Deutschland einen Namen gemacht, weil er Jahr für Jahr auf Tourneen durch das ganze Land seine Bücher erzählt. Ja: erzählt! Im Gegensatz zu den klassischen Lesungen pflegt er die orientalische Art des Erzählens. Und damit verzaubert er Jung und Alt. In Regensburg ist er seit den 90er Jahren regalmäßig Gast der Buchhandlung Dombrowsky, die immer größere Säle anmieten muss, um die Nachfrage zu befriedigen.

In seinem neuen Roman erzählt er von einem italienischen Kardinal, einer geheimen Mission und einem Mord in Damaskus.

Noch herrscht Friede in Syrien. Die italienische Botschaft in Damaskus bekommt 2010 ein Fass mit Olivenöl angeliefert, darin die Leiche eines Kardinals. Kommissar Barudi will das Verbrechen aufklären; Mancini, ein Kollege aus Rom, unterstützt ihn und wird sein Freund. Auf welcher geheimen Mission war der Kardinal unterwegs? Wie stand er zu dem berühmten Bergheiligen, einem Muslim, der sich auf das Vorbild Jesu beruft? Bei ihrer Ermittlung fallen die beiden Kommissare in die Hände bewaffneter Islamisten. Rafik Schamis neuer Roman erzählt von Glaube und Liebe, Aberglaube und Mord und führt uns tief in die Konflikte der syrischen Gesellschaft und in das berufliche Schicksal und die Liebe eines aufrechten Kommissars.

Rafik Schami: Die geheime Mission des Kardinals. Hanser 2019 € 26,-

Rafik Schami erzählt am Donnerstag, 28. November ab 20.00 Uhr im Regensburger Velodrom aus seinem neuen Roman.

 

Die Glocke im See

Das Guldbrandsdalen in Norwegen ist ein kleines, abgeschiedenes Tal in Norwegen. Die Handlung des Romans beginnt am Ende des 19. Jahrhunderts. Astrid wächst in beengten Verhältnissen heran: Ein Leben mit viel Arbeit, Kinderkriegen und einem Tod in jungen Jahren wartet auf sie. Doch ihr Freiheits- und Entdeckerdrang verlangt mehr vom Leben. Sie sehnt sich nach einem Leben mit dem jungen Pastor.

Der wird von seinen Kirchenoberen beauftragt, die alte Stabkirche am Ort abzureissen und eine neue, wesentlich größere an dieselbe Stelle zu bauen.

Parallell wird die Geschichte eines jungen Architekturstudenten aus Dresden erzählt. In Mitteleuropa hat sich herumgesprochen, dass Norwegen reihenweise die alten norwegischen Stabkirchen abreissen lässt – Kirchen, die wegen ihrer eigenwilligen Bauweise, ihrer Kunstschätze einen bedeutenden Anteil an der Kunst- und Gesellschaftsgeschichte des Landes haben. Er bekommt von der Kunstakademie den Auftrag, die Kirche in Gudbrandsdalen zu dokumentieren, die Einzelteile zu kennzeichnen und den Rückbau zu organisieren und zu begleiten.

Bei seinem Aufenthalt lernt er die junge Astrid kennen. Die ist völlig hingerissen von seiner Weltoffenheit, seiner Modernität, seiner Eleganz.

Sie kann und muss sich entscheiden zwischen dem einen Mann, der Heimat und Tradition verkörpert und dem anderen, der ihre Neugierde nach der Welt vertritt. Ein großartiger Roman, der uns in die Lebenswelt des nordischen Volkes mit seinen Mythen und seiner Melancholie entführt.

Lars Mytting: Die Glocke im See. Insel 2019 € 24,-

Lars Mytting wird seinen Roman, den ersten Teil einer Trilogie, am Mittwoch, 16. Oktober um 20.00 Uhr in der Regensburger Buchhandlung Dombrowsky vorstellen. Moderation und Übersetzung: Helga Nusser. Lesung der deutschen Passagen: Ulrich Dombrowsky

 

Agathe

Frankreich in den 1930er Jahren. Noch ein knappes halbes Jahr, bis der 70jährige Psychotherapeut in den Ruhestand gehen kann.

Oder anders gerechnet: noch 800 Sitzungen mit seinen Klienten. Aber die Stunden und Tage ziehen sich hin. Klienten und immergleiche Themen öden ihn an – er hört kaum noch zu. Und obwohl er seiner Sekretärin klare Anweisungen gegeben hat, keine neuen Klienten mehr aufzunehmen, lässt sich eine nicht abwimmeln: Agathe. Sie hat schlimmste therapeutische Anwendungen in verschiedenen Irrenanstalten hinter sich und besteht darauf, von ihm behandelt zu werden – auch wenn es nur ein halbes Jahr ist. Er lässt sich widerstrebend ein und merkt, dass es nicht der Fall ist, der ihn interessiert, sondern Agathe selbst. Und ihm wird bewusst, dass er nichts haben wird, wenn er in Rente ist, was ihn interessiert, ihn beschäftigt, ihn hält. Plötzlich fühlt er sich seinem Ende nah.

Er “löst” den Fall Agathe, hilft dem Mann seiner Sekretärin den nahenden Krebstod besser anzunehmen und nimmt erstmals Kontakt zu seinem taubstummen Nachbarn auf.

Als seine Sekretärin nach langer Auszeit wird ihre Arbeit aufnimmt, sieht er, dass sie neue Klienten aufgenommen hat. Aus dem Ruehstand wird wohl erstmal nichts.

Anne Cathrine Bomann: Agathe. Hanser Verlag 2019, € 16,-

Der Sommer meiner Mutter

1969: Der Sommer der Mondlandung, der Studentenproteste, der freien Liebe, der Protestsongs, des Vietnamkriegs.

Der elfjährige Tobi lebt mit seinem Vater (Ingenieur), einem erfolgreichen Ingenieur und seiner Mutter (Hausfrau) als typische, arrivierte 60er Jahre Familie, in ihrem Einfamilienhaus mit Doppelgarage. Alles könnte gut sein, wären nicht die zunehmend lauter werdenden Gespräche zwischen seinen Eltern, den Tobi entnehmen kann, dass es um deren Beziehung nicht zum Besten steht.

Da ist es eine willkommene Abwechslung, dass in der Nachbarschaft eine junge Familie einzieht, die frischen Wind ins Leben von Tobis Familie bringt. Die Intellektuellen, die sich auch als “Kommunisten” bezeichnen, beginnen sich allmählich mit Tobis Eltern anzufreunden und ihre zwölfjährige Tochter wird für Tobi mehr als nur eine Spielkameradin: Die Frühpubertierende interessiert sich nicht nur für Politik sondern auch für ihre früherwachte Sexualität. Sehr zart und behutsam lässt sie Tobi an ihren Entdeckungen teilhaben, was den noch sehr kindlichen Jungen gleichzeitig verwirrt aber auch sehr fasziniert und mitreisst.

Tobi ist – wie sein technikaffiner Vater – sehr rational. Beide sind begeistert vom Apolloprogramm und fiebern dem großen Ereignis des Sommers entgegen: der Mondlandung. Als es endlich so weit ist, wird im großen Familienkreis und mit den neuen Nachbarn ferngesehen – zum ersten Mal in Farbe! Doch Rosa ist eifersüchtig auf Tobis Interesse – sie hat anderes mit ihm vor. So trifft es sich für sie gut, dass die beiden “Kinder” bei Leinhards übernachten, wo Tobi eigentlich im Gästezimmer schlafen soll. Doch Rosa holt ihn in ihr Bett und Tobi erlebt zum ersten Mal die Sexualität mit einem Mädchen. Da Rosa aber offenbar größere Erwartungen in ihn gesetzt hatte, lässt sie Tobi ihre Enttäuschung spüren, sodass dieser frustiert noch in der Nacht nachhause geht. Dort ertappt er seine Mutter im Liebesspiel mit Rosas Mutter. In seinem Schock zieht er sich in sein Zimmer zurück . Die Affäre fliegt auf, Tobis Vater zieht Hals über Kopf aus. Das Drama beginnt.

Ulrich Woelk: Der Sommer meiner Mutter. Beck-Verlag 2019 € 19,95

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Entdeckungsreise zwischen den Regalen:
Die Buchhandlung Dombrowsky am St.-Kassians-Platz 6 in Regensburg

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