Herbst,  Kultur

Theater im Herbst

NEUE SPIELZEIT IM THEATER!

Theater, Theater, der Vorhang geht auf…heißt es seit kurzem wieder. Die Spielzeit 2019/2020 hat begonnen und die Regensburger Theater bieten wie gewohnt ein volles Programm in der neuen Theatersaison an. Zusätzlich zum städtischen Theater, das neben fünf Sparten auch mit mehreren Spielstätten wie dem Theater am Bismarckplatz, am Haidplatz, dem Velodrom, dem Neuhaus-Saal und dem Jungen Theater auftrumpfen kann, gibt es in Regensburg noch das Turmtheater, das Akademietheater und das Statt-Theater. Ein ganz schön grosses Angebot!
Wir haben für Euch einen Blick in die neuen Spielpläne geworfen.

Hier die RegensburgNow Theater-Tipps für den Herbst:

Turmtheater (Watmarkt 5)

Die Wunderübung
von Daniel Glattauer (Autor des Erfolgsstücks Gut gegen Nordwind)

Joanna und Valentin, schon lange miteinander verheiratet, haben sich eigentlich nichts mehr zu sagen. Ihre Beziehung ist an einem absoluten Tiefpunkt angelangt. Letzte Hoffnung: Eheberatung. Beim Therapeuten legt sie wie eine Rakete los. Joanna traktiert Valentin mit einer Unmenge von Vorwürfen, und Valentin schießt treffsicher zurück. Doch da sie meistens schon vorher weiß, was ihr Ehemann sagen will, sorgt sie mit einem Redeschwall dafür, dass er oft gar nicht erst zu Wort kommt. Der Therapeut gibt sich die allergrößte Mühe das zerstrittene Ehepaar ins Positive zu lenken, beißt sich aber immer wieder die Zähne aus! Doch dann nimmt die Therapiesitzung eine überraschende Wende mit der niemand, aber wirklich niemand gerechnet hat … Die bekannten Klischees von Frauen, die nicht zuhören und ständig reden, von Männern, die nicht zu Wort kommen, von Seitensprüngen und der Reue darüber, von Therapeuten, die ihrer Klientel nicht gewachsen sind – sie alle werden hier genüsslich aufgefächert. Köstlich, feinfühlend, ironisch und auch zartfühlend führt uns Daniel Glattauer ins Labyrinth zwischenmenschlicher Beziehungen.
Termine: 26., 27. und 28. September 2019

Die Wunderübung (Foto: Turmtheater)

Die Niere
Beziehungskomödie von Stefan Vögel

Der erfolgreiche Architekt Arnold hat Grund zu feiern: Er soll ein Hochhaus mitten in Paris bauen, den Diamond Tower. Seine Ehefrau Kathrin und er laden daher ihre Freunde Diana und Götz ein. Da schockiert Kathrin alle mit der Nachricht, sie leide an einer Niereninsuffizienz. Nur eine Spenderniere kann sie retten. Ihr Mann Arnold hat zum Glück die richtige Blutgruppe. Er ist allerdings mit der Situation überfordert und zögert. Um so mehr überrascht ihr Freund Götz, der auch ein geeigneter Spender ist, Kathrin mit seiner Niere zu retten. Es beginnt ein aberwitziger Kampf um die Niere, der zu unerwarteten Wendungen im Leben der Paare führt. Stefan Vögel hat eine herrliche Komödie geschrieben, die nicht nur an die Niere, sondern auch ans Herz geht und die sich ganz um die Frage dreht: Liebling, was bist Du bereit für mich zu tun? Ab 10. Oktober 2019 Turmtheater

Sonny Boys
Komödienklassiker von Neil Simon mit Peter Nüesch und Werner Steinmassl

Die Zeiten sind längst vorbei, als Al Lewis und Willie Clark mit ihren Sketchen Triumphe gefeiert haben. 20 Jahre standen sie gemeinsam auf der Bühne, sind sich dann nach einem abrupten Ende konsequent aus dem Weg gegangen. Jetzt hält Willie Clark sich mit kleinen Rollen über Wasser, die ihm von seinem Neffen zugespielt werden. Eines Tages vermittelt Ben ein Treffen zwischen den beiden Streithähnen, denn das Fernsehen möchte an die goldenen Zeiten der Komiker erinnern.
Chance zur Wiedervereinigung oder unausweichliche Katastrophe? Ab 25. Oktober 2019 im Turmtheater

Theater Regensburg

Oslo – Mission für den Frieden
von J. T. Rogers (*1968), Deutsch von John Birke

Wenn sich Todfeinde die Hände reichen … So könnte der historische Handschlag zwischen Jitzchak Rabin und Jassir Arafat beschrieben werden, der 1993 im Garten des Weißen Hauses zustande kam. Dazwischen ein lächelnder Bill Clinton, sichtlich erleichtert über die erfolgte Prinzipienerklärung, besser bekannt als „Oslo I“. Der Regensburger Schauspieldirektor Klaus Kusenberg wird die Spielzeit 2019/20 mit einer ungewöhnlichen Inszenierung eröffnen: Mit „Oslo – Mission für den Frieden“ kommt die deutschsprachige Erstaufführung des spannenden Politthrillers von J. T. Rogers auf die Bühne, der die wahre Geschichte des heimlichen Kommunikationskanals zwischen Israel und Palästina Anfang der 1990er-Jahre erzählt. J. T. Rogers ist das Meisterstück gelungen, eine historisch belegte politische Situation spannungsgeladen und unterhaltsam auf die Bühne zu bringen. Bestechend durch eine einnehmende Thriller-Dramaturgie fiebert der Zuschauer bis zum Schluss atemlos mit.
Premiere am 21. September 2019 im Velodrom

Schauspieldirektor & Regisseur Klaus Kusenberg (Foto: Freya Fleischmann)

Am Königsweg
von Elfriede Jelinek

„Am Königsweg“ thematisiert das Phänomen Donald Trump, obwohl sein Name kein einziges Mal erwähnt wird. Nicht die Person steht im Zentrum, sondern die Erscheinung eines Gewaltherrschers. So werden die Umstände offengelegt, die dazu führen, dass bestimmte Menschen zu derartigem Einfluss und unvorstellbarer Macht gelangen können. Im Stück ist der demokratisch gewählte Präsident ein König. Das ist der Bogen in die Antike, zu Ödipus, der als zukünftiger König die pestverseuchte Stadt Theben von ihrem Leid zu erlösen verspricht. Trump dient dabei als Zerrspiegel der Gegenwart unserer gespaltenen Gesellschaft und steht stellvertretend für all die anderen Königspolitiker.
Premiere am 22. September 2019 im Theater am Haidplatz

Tosca
Musikdrama in drei Akten von Giacomo Puccini

Ein Künstlerpaar trifft auf einen von politischem Eifer und Eifersucht getriebenen Polizeichef. Es folgen:
Erpressung, Verstrickungen, Unterwerfung und Dramen. Puccinis Musik zum Opernthriller »Tosca« um
Machtmissbrauch und Widerstand, Liebe und Verrat zeichnet auf äußerst präzise Weise die seelischen
Zustände der Figuren im existentiellen Kampf um die eigenen Überzeugungen und das persönliche Glück nach. Seit 14. September 2019 im Theater am Bismarckplatz

Tosca (Foto: Jochen Quast)

Statt-Theater (Kleinkunstbühne / Winklergasse 16)

Paradies
Alfred Mittermeier

Es gibt keinen Ort, der die Menschheit so beschäftigt wie das Paradies. Wo liegt es? Wie sieht es dort aus? Wie komm ich da hin? Und was zieh ich dort an? Auch Alfred Mittermeier weiß keinen Deut mehr. Aber falls es dieses Paradies wirklich gibt, dann will er da rein. Doch ganz so einfach ist das nicht! Also begibt er sich in „Paradies“ auf die Suche nach dem menschlichen Sehnsuchtsort.
Vom 16. bis 19. Oktober 2019

DURST – Warten auf Merlot
Philipp Weber

Vernünftiges Trinken will gelernt sein. Millionen Deutsche schlucken heute missbräuchlich Alkohol. Im letzten Jahr mussten deshalb 23.000 Rentner stationär behandelt werden.
Wie heißt es so schön: “Viele ältere Menschen müssen nachts öfters raus”. Es wird aber nie gesagt wohin. Jetzt wissen wir es: Zur Ü-80-Party mit betreutem Trinken! Auch die Leistungsträger dieser Gesellschaft langen kräftig zu. Es gibt Krankenhäuser, da schwankt die Chefarztvisite als Polonaise ins Zimmer. Und im Flugzeug kann man nicht mehr sicher sein: Wer hat mehr getankt, die Maschine oder der Pilot?
Droht Deutschland in seinem eigenen Durst zu ertrinken? Die Antwort auf diese bierernsten Fragen ist erschütternd komisch: Tee macht fahruntüchtig ab 0,8 Kamille. Kakao ist Koks für Kinder. Milch ohne Fett ist keine Milch, sondern Quatsch. Für eine gute Tasse Kaffee braucht man 140 Liter Wasser. Der Mensch lebt nicht allein von Kefir. Stille Wasser sind nicht tief, sondern teuer. Lug und Betrug wohin das Auge schweift. Wer bringt Klarheit in die trüben Gewässer der deutschen Trinkkultur?
Philipp Weber. Der studierte Chemiker und Biologe ist Deutschlands radikalster Verbraucherschützer und hat sich mit Leib und Leber Ihrem Wohl verschrieben.
Der Autor und Macher des Sensations-Programms “FUTTER – streng verdaulich” widmet sich nun den flüssigen Gaumenfreuden.
“DURST – Warten auf Merlot” ist ein furioses Meisterwerk der komischen Volksaufklärung. Denn Weber will mehr: lachende Gesichter, glückliche Menschen und eine bessere Welt.
Doch vor allem: den Ministerposten für Verbraucherschutz! Vom 03. bis 05. Oktober 2019

Akademietheater (ADK-Bayern, Kreuzgasse 5)

Schwimmen lernen
von Marianna Salzmann

Feli und Pep könnten ein glückliches Paar sein. Wäre da nicht Felis Drang nach dem Fremden und ihre Lust, mit dem Neuen zu flirten. Das Neue begegnet ihr jedoch nicht in einem anderen Mann, sondern in Lil. Hals über Kopf stürzt sich Feli in die neue Beziehung. Sie will mit Lil in deren Heimatland gehen, das Sonne und Freiheit verspricht. Stattdessen findet die lebenshungrige Frau aber eine fremde Kultur, eine Sprache, die sie nicht spricht, und eine Familie, die nicht die ihre ist. Anfangs versucht Lil Feli ein Leben einzurichten, verschafft ihr einen Job, aber Feli kommt nicht richtig an, nicht in der neuen Beziehung und nicht im fremden Land. Termine: 20./21./27. September 2019

Bleib doch zum Frühstück
Komödie von Gene Stone und Ray Cooney

Louise ist siebzehn, chaotisch, rotzfrech – und hochschwanger. Und damit bringt sie die wohlgeordnete Welt des neununddreißigjährigen Spießbürgers Georg gründlich durcheinander. Im ausgelassenen Hick-Hack entdeckt sie doch, wie schön wirkliche Zuwendung sein kann. Und Georg lernt, dass nach seinem Ehedebakel so etwas wie Liebe doch noch möglich ist. Ein Bühnendauerbrenner über die alte Geschichte von der Liebe und den Gegensätzen. Termine: 22./23. November 2019, 06./07. Dezember 2019

Wir wünschen Euch viel Spaß im Theater!

WIE IMMER IST DIES EINE PERSÖNLICHE, UNBEZAHLTE UND SUBJEKTIVE AUSWAHL.

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