Literatur,  Tipps

Kathrin Weßling

KATHRIN WESSLING KOMMT NACH REGENSBURG!

Am Samstag, den 29. Februar kommt die wunderbare Kathrin Weßling nach Regensburg und liest im Hotel Orphée aus ihrem gefeierten neuen Roman ‘Nix passiert’. Im vergangenen Jahr war sie zum ersten Mal in Regensburg, damals mit ihrem Roman ‘Super, und Dir?’, welches von der Presse und LeserInnen als “der Roman ihrer Generation” gefeiert wurde.
Wer schon mal auf einer ihrer Lesungen war, weiß, dass Kathrin ihr Publikum mitreißen kann: lustig, nachdenklich, manchmal auch traurig, aber immer herzlich und mit Charme und Witz. Die Lesungen in Köln, Berlin, Hamburg waren ausverkauft und ein voller Erfolg.
Kathrin Weßling ist nicht nur Autorin sondern auch Social-Media-Expertin. Auf Twitter und Instagram folgen ihr über 30.000 Menschen, die ihre Postings und Beiträge über Themen wie Feminismus, psychische Erkrankungen und Popkultur verfolgen. Sie schreibt außerdem regelmäßig für ZEIT ONLINE, Spiegel, MySelf uvm.

Wir haben Kathrin Weßling vorab ein paar Fragen gestellt:

Liebe Kathrin,
Dein neuer Roman ‘Nix passiert’ sollte eigentlich im Herbst 2019 erscheinen. Doch nach verpassten Deadlines hast Du die Veröffentlichung verschoben und den Roman nochmal komplett neu geschrieben. Jetzt ist er in einigen Buchhandlungen ausverkauft. Wie fühlt sich das an? 

Ich hatte viel Angst vor der Zeit der Veröffentlichung – an dem Buch hängt und hing viel, es ist ein Buch mit einer sehr persönlichen Hintergrundgeschichte und ich war deshalb unfassbar aufgeregt. Dass es so einen Ansturm gab und gibt auf den Roman, war wahnsinnig schön und ist aufregend und schwer zu fassen für mich. Ich glaube, solche aufregenden Zeiten kann man auch kaum WÄHRENDDESSEN verarbeiten, das geht zumindest bei mir immer erst, wenn es wieder ruhiger wird.

Für die ZEIT hast Du kürzlich einen wunderbaren Artikel über das Scheitern geschrieben, in dem Du sagst “Niemand muss nach dem Hinfallen sofort das Krönchen richten. Es ist okay, wenn man ein paar Zacken verliert, sich den Kopf stößt, taumelt, wieder hinfällt.” Bist Du oft hingefallen?
Ja, in dem Artikel schreibe ich, dass ich einen Lebenslauf des Scheiterns skizzieren könnte. Ich glaube und lerne aber auch gerade, dass die Ansprüche, die ich an mich selber habe, dermaßen gigantisch sind, dass ich mich schneller als gescheitert sehe, als andere. Scheitern ist aber eine sehr individuelle Erfahrung und Sache, ich fand vor allem übergriffig, dass andere mir dauernd vorschreiben wollen, wann ich mich als gescheitert betrachten darf und wann nicht.

Du bist nicht nur Autorin und Journalistin, sondern auch Social Media Beraterin und gibst selbst viel von Dir auf Instagram, Facebook und Twitter preis. Was ist Dir persönlich lieber, Twitter oder Instagram und sind Social Media eigentlich Segen oder Fluch?
Ich bin im Moment so gut wie nicht auf Twitter aktiv, der Ton dort und die ständigen Auseinandersetzungen haben mich am Schluss nur noch fertig gemacht. Es fehlt mir absolut nicht. Ich schaue einmal am Tag rein, weil Twitter eine großartige Art der Nachrichtenagentur ist und ich durch meine politische Arbeit interessiert daran bin, was gerade wichtig ist. Persönliches werde ich dort nicht mehr teilen, ich habe beschlossen, für mich, still und heimlich, dass ich kein Teil der Empörungsmaschine mehr sein will. Instagram ist ein Hippie-Verein dagegen. Und Social media ist dann eben auch genau das: Was man selber daraus macht.

Auf Facebook hast Du vor ein paar Wochen ein paar tolle Buchtipps gegeben. Welches Buch liest Du gerade?
Ich lese gerade „Dad“ von Nora Gantenbrink und „Drei Wünsche“ von Laura Karasek und „Vernon Subutex 2“ von Despantes.

Erinnerst Du Dich an das erste Buch, das Dich als Kind oder Jugendliche umgehauen hat?
„Emma und die unruhige Zeit“ von Ursula Fuchs. Ein Kinderbuch über den Nationalsozialismus, über KZ, über Bombenangriffe. Ich hab schon als Kind lieber Bücher mit schwierigen Inhalten gelesen.

Was ärgert Dich an anderen Menschen?
Unnachgiebigkeit vor allem. Wenn sie nicht verzeihen können, wenn sie erwarten, dass andere Menschen alles richtig machen müssen und ihnen nicht verzeihen können, selbst wenn sie sich entschuldigen. Sowas nervt mich richtig, weil ich da ganz anders bin. Allgemein finde ich Erwartungshaltungen anstrengend.

Mit was kann man Dir eine echte Freude bereiten?
Wenn man mir zeigt, dass man an mich gedacht hat und sich wirklich Gedanken über mich gemacht hat. Solche Geschenke sind wundervoll, weil sie doppelte sind: Dass sich jemand wirklich die Mühe macht, darüber nachzudenken, was dir gefallen könnte – und dass er dann etwas aussucht, hinter dem diese Gedanken stecken. Da ist es mir auch egal, was es dann ist. Mich rührt dann alles.

Was ist Dein nächstes ‘Projekt’?
Die Lesetour, die gefühlt bis Anfang April geht und danach einen Job in Hamburg finden, dahin zurückziehen und dort mein nächstes Buch schreiben. Und mehr Sport. Und weniger Exzess. Und lange Haare. Und eine Beziehung eingehen. Und… Na ja, also eventuell auch wirklich noch mehr an meinen Ansprüchen an mich selber arbeiten hehe.

Fotocredit Titelbild: Jella Felleiter

Vielen Dank für das Interview liebe Kathrin.
Nicht verpassen: am Samstag, den 29. Februar 2020 liest Kathrin Weßling um 20.00 Uhr im Hotel Orphée. Eintritt: 14€

Worum geht’s in dem Buch “Nix passiert”?

Roman (Ullstein Buchverlage, 18€)
Alex ist verlassen worden. Und ohne Jenny ist Berlin einfach nichts. Kurzentschlossen nimmt Alex sich eine Auszeit im Kaff seiner Kindheit. Doch statt Erholung sieht er sich mit einer Idylle konfrontiert, die keine ist, nie wirklich eine war – auf jeden Fall nicht für ihn. Statt Unterstützung gibt es Familienstreit, offene Rechnungen mit alten Freunden und vor allem Langeweile. Und Alex fragt sich, ob er die Kleinstadt eigentlich jemals hinter sich gelassen hat. Und was überhaupt Zuhause bedeutet.

Intensiv und unerschrocken, klar und kompromisslos erzählt Kathrin Weßling die Geschichte eines jungen Mannes, der nicht nur alle anderen, sondern vor allem sich selbst belogen und betrogen hat – das Abbild einer Generation auf der Suche nach allem und nichts, nach Heimat zwischen Provinz und Großstadt, vor allem aber nach sich selbst.

Nichts verpassen! Abonniere unseren Newsletter:

Noch mehr Tipps gefällig? Dann bitte hier entlang: