Heimspiel Filmfest Regensburg
Interview,  Kino

Heimspiel

HEIMSPIEL FILMFEST!

Eines unserer Highlights im November ist das HEIMSPIEL FILMFEST, das dieses Jahr bereits zum elften Mal in Regensburg stattfindet. Vom 14. November bis 20. November steht Regensburg ganz im Zeichen des Films. Gegründet wurde dieses Filmfest von Dr. Sascha Keilholz, der dieses Jahr die Leitung des Internationalen Filmfestivals Mannheim-Heidelberg übernommen hat. Die neue Leitung des Filmfestes in Regensburg haben Chrissy Grundl, Felix Rieger und Stefan Wallner übernommen. Wir durften der neuen Heimspiel Festivalleitung vorab ein paar Fragen stellen.

HEIMSPIEL IM TRANSIT –
EIN PAAR FRAGEN AN DIE FESTIVALLEITUNG:

Vom 14.11. bis 20.11.2019 findet zum elften Mal das Heimspiel Filmfest statt. Ihr habt dieses Jahr die Nachfolge von Dr. Sascha Keilholz angetreten, der dieses Festival 2008 ins Leben gerufen hat. Das diesjährige Motto lautet „Transit“.  Was erwartet uns dieses Jahr?
Stefan: Auf der einen Seite konzentrieren wir uns natürlich auf die HEIMSPIEL-Stärken. Wir werden wieder viele mutige Filme aus dem deutschsprachigen Raum und aus allen Regionen der Welt zeigen. Auch zahlreiche Filmschaffende werden in den Wintergarten und das Ostentor Kino kommen, um mit dem Publikum über ihre Filme zu sprechen. Aber natürlich haben sich auch Dinge verändert. Wir haben dieses Jahr unser Programm verschlankt. So können die Zuschauer*innen möglichst viele der Filme, die wir ausgewählt haben, sehen, weil es weniger Überschneidungen und die ein oder andere Wiederholung gibt. Außerdem hoffen wir, dass die Zuschauer*innen aufgrund unserer Fokussierung auf zwei Spielstätten noch mehr Festivalatmosphäre schnuppern können. Wir haben eine Themensektion mit dem Namen „Im Transit“ geschaffen. Dort wird sich der Übergangszustand, in dem wir uns als Festival und als Gesellschaft befinden, in Filmen widerspiegeln.

Heimspiel Filmfest Regensburg
Heimspiel Festivalleitung Stefan Wallner, Chrissy Grundl, Felix Rieger (Foto: Marius Gardeia)

Wie seid Ihr zum ‚Film‘ gekommen?
Stefan: Einer meiner besten Freunde im Gymnasium hatte recht gute Filmausrüstung und wir haben schon in der Oberstufe und nach dem Abitur Filmprojekte realisiert. Gemeinsam waren wir natürlich auch viel im Kino. In meinem Heimatort Bad Aibling gibt es außerdem ein wunderbares Dokumentarfilmfestival, die Nonfiktionale. Dort durfte ich schon während meiner Schulzeit in der Schülerjury sitzen und bin seitdem Stammgast. Da war es natürlich logisch, dass ich letztes Jahr das Angebot des Lehrstuhls für Medienwissenschaft der Uni Regensburg, Heimspiel mitzugestalten, wahrgenommen habe.

Chrissy: Die Liebe zum Film zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben. Schon als Kind hab ich am liebsten geglotzt. Meinen Aushilfsjob im Garbokino habe ich geliebt, weil man nach dem Kartenabreißen natürlich auch immer die Filme sehen konnte. Im Kunst Leistungskurs am VMG habe ich mich dann an der Realisation eines eigenen Kurzfilms als Facharbeit versucht. Das Filmemachen überlasse ich allerdings lieber anderen – da halte ich’s wie Waldemar Hartmann: „Ich mach’ selbst nix, ich red’ blos drüber.“ Als Dozentin für Medienwissenschaft an der Uni Regensburg habe ich dann sogar Seminare gegeben – z.B. zum Thema Frauen im Horrorfilm.

Felix: Das ist sehr unspektakulär – ich habe ein Praktikum gesucht und es im Filmfest gefunden. Mehr ist da nicht zu erzählen.

Heimspiel Filmfest Regensburg

Was ist Euer Lieblingsfilm?
Stefan: Aus unserem diesjährigen Programm ist es Entre dos aguas von Isaki Lacuesta. Aber wahrscheinlich ist die Frage eher allgemein gestellt. Das ist natürlich gemein, weil es schon einige gibt, die ich richtig gut finde, aber spontan würde ich sagen Her von Spike Jonze oder No Country for Old Men von Ethan und Joel Coen.

Chrissy: Die Frage kann ich nicht beantworten. Es gibt einfach zu viele Filme, die man auch kaum miteinander vergleichen kann. Zu meinen All-Time-Favorites zählen aber zum Beispiel Stanley Kubricks Shining, Alfred Hitchcocks Dial M fo Murder oder Steven Spielbergs Jaws.

Felix: Ich muss gestehen, dass mir das auch recht schwerfällt und dass ich mich immer wieder dabei ertappe, wie ich in einem ersten Anflug der Begeisterung sofort einen Film zu meinem neuen Lieblingsfilm erkläre. Meine To-Go-Antwort für diese Frage ist aber definitiv Melancholia von Lars von Trier.

In den letzten Jahren hattet Ihr immer wieder Ehrengäste, teilweise ganz bekannte, wie Iris Berben, Matthias Brandt oder Dominik Graf. Erwartet Ihr dieses Jahr einen Special Guest?
Stefan: Wir werden dieses Jahr keine Hommage wie in den letzten Jahren haben. Stattdessen wird es die Podiumsdiskussion „Movies Matter“ geben. Dort wollen wir darüber reden: Welche Ideen werden unter welchen Bedingungen gefördert? Wie wird ein Film einem breiten Publikum zugänglich gemacht und wer entscheidet darüber? Wie kann Film Denken verändern? Dazu kommen Regisseurin Susanne Heinrich, die Leiterin des Nürnberger Filmfestivals für Menschenrechte Andrea Kuhn, Filmkritiker Jan Künemund und ProQuote Film-Vorstand Barbara Teufel. Außerdem wird mit Patrick Vollrath ein Regisseur da sein, der bereits für einen Oscar nominiert war. Und alte Bekannte wie Jan Bonny und Christian Klandt sind natürlich auch wieder mit dabei.

Chrissy: Gäste wie Berben und Brandt sind natürlich toll und bringen einen gewissen Glamour nach Regensburg. Uns geht es aber auch darum, Filmschaffenden eine Plattform zu geben, die (noch) nicht so sehr im Rampenlicht stehen. Wir sind gespannt auf die Gespräche zwischen Kameraleuten, Produzent*innen, Regiedebütant*innen und dem Regensburger Publikum.

Wer wäre Euer absoluter Traumgast beim nächsten Heimspiel Filmfest? Jeder hat einen Wunsch frei:
Stefan: Einer meiner absoluten Lieblingsschauspieler ist Jake Gyllenhaal. Das wäre schon toll, den mal aus der Nähe zu erleben.

Chrissy: Ich nehm’ Toni Collette.

Felix: Über Jake Gyllenhall würde ich mich auch freuen, aber die Antwort von Stefan zu klauen wäre etwas öde, deswegen sag ich Naomi Kawase.

Wir sind ja ein Regensburg-Magazin, daher sind wir neugierig: Habt Ihr einen Lieblingsort oder Lieblingsplatz in oder um Regensburg?
Stefan: Die Uni am Wochenende in den Semesterferien. Niemand da, alles grau, wie ausgestorben. Ein idealer Drehort für einen postapokalyptischen Psychothriller.

Chrissy: Früher hab ich ja den Rollrasen auf dem alten Donaumarkt geliebt – dort, wo jetzt das Museum steht. Jetzt sitze ich eigentlich am liebsten im Biergarten der Kinokneipe.

Felix: Ich bin Vollzeitpendler und verbringe täglich vier Stunden innerhalb von Zügen, daher beschränkt sich meine Ortskenntnis auf die Uni und einige ausgewählte Plätze. Den Akademiesalon kann ich aber bedenkenlos empfehlen!

Welchen Film dürfen wir dieses Jahr auf gar keinen Fall verpassen?
Stefan: Ich würde den Leuten da draußen (neben Entre dos aguas) gerne Pelikanblut von Katrin Gebbe und Der Unschuldige von Simon Jaquemet ans Herz legen. Beide sind jeweils der zweite Spielfilm der Regisseur*in und die perfekten Beispiele dafür, was deutsches Kino zu bieten hat, wenn man sich abseits der ausgetretenen Pfade bewegt. Mutig, kontrovers, packend und intelligent.

Chrissy: Mein diesjähriges Highlight ist der schrille Thriller Messer im Herz mit Vanessa Paradis, der im 70er-Jahre-Schwulenporno-Milieu spielt. Bei den deutschen Highlights empfehle ich Jan Bonnys satirische Theateradaption Jupp, watt hamwer jemaht?, in der sich das Who ist Who der deutschen Schauspielkunst tummelt.

Felix: Fabrice du Welz‘ Psycho-Mär Adoration vereint ein paar der prominentesten Gesichter der Filme von Heimspiel 10 – allein deshalb sollte man sich den Film schon nicht entgehen lassen. Und dann kann ich natürlich noch unseren Abschlussfilm The Lighthouse von Robert Eggers empfehlen, der für unser Programm ein echter Glücksfall ist und mir als Akquise-Chef besonders am Herzen liegt.

Heimspiel Filmfest Regensburg
The Lighthouse (c) Universal

Vielen Dank für das schöne Interview!
Wir freuen uns schon sehr aufs Heimspiel Filmfest!
Das ganze Programm findet Ihr auf www.heimspiel-filmfest.de

Nichts verpassen! Abonniere unseren Newsletter:

Regensburg
Let’s connect! RegensburgNow ist auch auf Instagram, Facebook und Twitter.

Noch mehr Tipps gefällig? Dann bitte hier entlang: