Kunst

Donumenta 2020

DONUMENTA: ART LAB – GLEIS 1.

Die donumenta steht für aktuelle Kunst aus Ländern des europäischen Donauraums. Seit 2003 findet die donumenta jährlich in Regensburg statt und zeigt Multimedia, Performance, Installation, Fotografie und Malerei. Grenzenlos, ein Netzwerks aus 14 Donauländern.
Seit Jahren konzentriert sich die donumenta auf Kunst im öffentlichen Raum. Mit „14 x 14 – under construction“ 2017 und dem „Danube Art Lab“ 2018 in Kooperation mit der Stadt Regensburg zeigten die Kunstexperten, dass Kunst im öffentlichen Raum Menschen bewegt und zum Stadtgespräch werden kann.
Das „Danube Art Lab“ erregte 2018 viel Aufmerksamkeit. Bei diesem Projekt sollte mit den Mitteln zeitgenössischer Kunst verborgenes und vielfach vergessenes historisches Kulturerbe in Regensburg aufgespürt und durch Kunst sichtbar gemacht werden – jenseits populärer Sehenswürdigkeiten. Das gelang! Insbesondere der “Nipple of Regensburg” am Zieroldsplatz wurde letzten Sommer hitzig und kontrovers diskutiert und hatte am Ende sogar eine eigene Facebook-Fanseite. „Kunst wirkt immer“, so das Credo der donumenta.

Regensburg
The Nipple of the City 2018

Der Kunsttunnel

2019 startete die donumenta ein völlig neues Format: einen Kunsttunnel. Die ehemalige Unterführung unter den Bahngleisen wird während der donumenta seither als Ausstellungsraum genutzt. Früher eilten täglich Bahnreisende durch die Bahnunterführung zu den Gleisen, die donumenta machte daraus den Kunsttunnel: ART LAB – Gleis 1.
„Wir überzeugten die Verantwortlichen bei der Bahn mit unserem Konzept für den Tunnel“, berichtet Regina Hellwig-Schmid, Vorsitzende und künstlerische Leiterin der donumenta.

Das ART LAB Gleis 1 nutzt eine außergewöhnliche Location für raumbezogene Kunst und löst den Anspruch der donumenta ein, Kunst zu den Menschen zu bringen. Auf 60 Metern Länge bietet das ART LAB Gleis 1 im Hauptbahnhof Regensburg auf relativ kurzer Distanz maximales Erlebnis.

ART LAB Gleis 1, 2019

2020 Mais: Massenproduktion als Kunstwerk

Die Österreicherin Catrin Bolt gestaltet 2020 ART LAB Gleis 1 der donumenta.

Maisgelb ist sie gefliest, die frühere Unterführung am Hauptbahnhof in Regensburg. Mit den fotogenen Kolben gestaltet die Künstlerin Catrin Bolt ein „Monokulturelles Stillleben (Kukuruz)“ im ART LAB Gleis 1. Sie verwandelt den Kunstraum in einen Produktionsraum für den Rohstoff Mais, eine der wichtigsten Ressourcen in unserer Gesellschaft.
Beim ersten Hinsehen wirkt der Tunnel unangetastet, doch das Stillleben nimmt den gesamten Raum in einer stetigen Wiederholung ein und macht ihn zum Bildträger. Der Tunnel wird zu einem Produktionsraum. Catrin Bolt bemalt 750 Fliesen, jede mit einem Maiskolben. Die Motive erinnern an Küchenfliesen, Schmuckfliesen die Stillleben von Obst, Gemüse oder Kräutern zeigen. Bolt kommentiert: „Wie beim Bahnfahren die Monokulturen an einem vorbeiziehen, so kann man im ART LAB Gleis 1 an den Maiskolben entlanggehen. Sie ähneln und kopieren sich immer weiter, aber sind doch jeweils anders und eigens gemalt.” Mais ist das am meisten angebaute Getreide weltweit, auch in Bayern. Mais und Maisstärke befinden sich in fast jedem Nahrungsmittel. Hauptsächlich wird das Getreide zu Tierfutter, aber auch Biotreibstoff und Kunststoffersatz verarbeitet. Mais „ist so etwas wie die Grundlage unserer Konsumgesellschaft. Er wird im Kampf um Ressourcen und Billigpreise zum Politikum”, sagt Bolt. Ihr Werk regt an, über unsere Produktions- und Konsumweisen nachzudenken, über Effizienz und eine Flut an Waren, Bildern und Informationen.

Die österreichische Künstlerin Catrin Bolt (Foto: Regina Hellwig-Schmid)

Catrin Bolt studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. In ihren Projekten arbeitet sie meist im öffentlichen Raum, unter anderem im Stadtraum von Wien und Graz, im Arkadenhof der Universität Wien oder in Viehofen bei St. Pölten. Neben internationalen Stipendien und Preisen erhielt sie auch den renommierten Otto Mauer-Preis.

Ausstellung 28. Mai – 28. Juni 2020

Catrin Bolt – Monokulturelles Stilleben (Kukuruz)

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag, 14.00 bis 19.00 Uhr

Eintritt frei.

Ab 9. Juli 2020 Luiza Margan – Wirsingturm

Unbezahlte und unbeauftragte Werbung wegen Namensnennungen.

Regensburg
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